Klimaschutz in Greifswald





Integriertes Klimaschutzkonzept für Greifswald
Am 27.09.2010 hat die Greifswalder Bürgerschaft die Annahme des Integrierten Klimaschutzkonzeptes beschlossen und unterstützt damit im Bereich ihrer Verantwortlichkeit die Umsetzung der im Konzept enthaltenen Maßnahmen, um eine Minderung des Ausstoßes an Kohlenstoffdioxid um 14% gegenüber dem Jahr 2005 bis zum Jahr 2020 zu realisieren.

Stadtverwaltung und Bürgerschaft der Hansestadt Greifswald bekennen sich damit zu den klimapolitischen Zielen Deutschlands und ihrer Verantwortung, Lösungen zu suchen, um diese auf kommunaler Ebene zu erreichen. Die Erstellung des Greifswalder Klimaschutzkonzeptes wurde durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, gefördert.

Das Greifswalder Klimaschutzkonzept weist konkrete und erreichbare CO2-
Minderungsziele und die dorthin führenden Reduktionspfade aus. Das enthaltene Szenario zur Minderung der CO2 Emissionen von 14% bis zum Jahr 2020 gegenüber dem Jahr 2005 entspricht dem von den Partnern des Klimaschutzbündnisses Greifswald 2020 in einer gemeinsamen Deklaration proklamierten Minderungsziel. Zugleich erfüllt es die Bedingungen, zu denen sich Greifswald mit dem Beitritt zum Konvent der Bürgermeister verpflichtet hat – der Aufstellung eines Maßnahmenkataloges in Form eines Klimaaktionsplanes zur CO2-Minderung, die Erfüllung der EU-Minderungsziele für CO2 bis zum Jahr 2020 auf lokaler Ebene und eine umfangreiche Beteiligung der Bürger am Klimaschutzprozess.
Im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsprozesses bei der Erstellung des Klimaschutzkonzeptes wurde ein Bürgergutachten durch Greifswalder Bürger erarbeitet, in dem diese weitreichende Wünsche an die lokale Klimapolitik richten. Es zeigt, dass die lokale Klimapolitik durch die Bürger mitgetragen wird, der Wunsch und die Bereitschaft für stärkeres Engagement werden dargestellt.

Das Klimaschutzkonzept enthält Maßnahmen für den öffentlichen, gewerblichen und privaten Sektor im Bereich Strom, Raumwärme, Warmwasser und Verkehr.
Schwerpunkte des 14%-Szenarios sind CO2-Minderungen durch Gebäudesanierung, durch den Ausbau der Fernwärme, die Nutzung von regenerativen Energieträgern bei der Fernwärme, eine Effizienzsteigerung im Elektroenergieverbrauch und eine Steigerung des Anteils regenerativ erzeugter Elektroenergie beim Energieverbrauch in Greifswald.
Das gesamte Konzept steht hier zum Download bereit.
Ebenfalls ist eine  Kurzfassung verfügbar.



Visionen einer Grünen Stadt – Bürger übergeben Gutachten zum Klimaschutz

„Wir möchten, dass Greifswald als Grüne Stadt zum Vorbild wird“ – das ist die Vision Greifswalder Bürger, die ein Gutachten zur „Kommunalen Klima- und Energiepolitik“ der Universitäts- und Hansestadt Greifswald erarbeitet haben. Das Gutachten übergaben sie gestern Oberbürgermeister Dr. Arthur König und der Bürgerschafts-Vizepräsidentin Birgit Socher.

In dem 13-seitigen Papier schlagen die Bürger konkret messbare Maßnahmen vor, um den CO2-Ausstoß innerhalb der Stadt weiter zu reduzieren. Es war das erste Mal, dass sich Greifswalder in Form eines Bürgergutachtens in wichtige Belange der Stadt einbrachten und das zweite Bürgergutachten im Land Mecklenburg-Vorpommern überhaupt. 

So sollte die Stadt beispielsweise beim Neubau von Gebäuden bevorzugt Häuser in Passivbauweise fördern. Auch sollten umweltverträgliche Materialien einbezogen werden. Bei der energetischen Sanierung von Gebäuden schlagen sie zusätzliche Anreize für Immobilienbesitzer beispielsweise in Form einer „Sanierungsaktie“ oder eines „Ökologischen Mietspiegels“ vor. Außerdem fordern sie den Einsatz von LED-Leuchten bzw. Energiesparlampen bei der Straßenbeleuchtung. Darüber hinaus sprechen sich die Autoren für eine umfassende Umweltbildung ab dem Kindergartenalter aus. Ein großer Wunsch wäre die Einrichtung einer unabhängigen Infostelle im Stadtzentrum, in der Bürger Auskunft zu den Themen Umwelt und Klima erhalten. 

„Sie haben etwas ganz Besonderes hervorgebracht“, lobte die Bürgerschaftsvize Birgit Socher die Autoren. Das Gutachten sei inhaltsschwer, der Weg absolut richtig. Auch Oberbürgermeister Dr. Arthur König zollte seine Anerkennung. Gleichzeitig begrüßte er die besondere Form der Bürgerbeteiligung. Diese spezielle Auseinandersetzung mit einzelnen Themen sollte Schule machen. 

Erarbeitet wurde das Gutachten von 22 Greifswalder Bürgern, die zuvor per Zufallsprinzip gemeinsam mit 1.500 anderen über das Einwohnermeldeamt ausgewählt worden waren. Die 14 Männer und 8 Frauen im Alter zwischen 28 und 71 Jahren hatten sich zuvor noch nie so intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt. Die Leitung des innovativen Projektes übernahm Professor Dr. Konrad Ott, Deutschlands einziger Professor für Umweltethik. 

An drei verlängerten Wochenenden erhielten die Teilnehmer einen umfangreichen Einblick in die Themen „Lokaler Klimaschutz“ und „Energieversorgung“. Hintergrundinformationen gab es unter anderem von Experten des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik, der Universität, der Stadtwerke sowie der Umweltabteilung der Stadtverwaltung. 

Das Bürgergutachten fließt in das integrierte Klimaschutzkonzept für Greifswald ein. Dieses wird unter Federführung des Bau- und Umweltdezernates der Stadt erstellt. Beteiligte sind neben der Universitäts- und Hansestadt Greifswald die Partner des Klimaschutzbündnisses Greifswald 2020. Das sind die Universität und das Universitätsklinikum, die beiden großen städtischen Wohnungsunternehmen (WGG und WVG), die Stadtwerke Greifswald und das Technologiezentrum Vorpommern.

Das Klimaschutzkonzept soll die Grundlage für alle künftigen Klimaschutzaktivitäten innerhalb der Universitäts- und Hansestadt bilden. Für das Konzept hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit ein Gesamtbudget von knapp 100.000 Euro bewilligt.





Heizspiegel - Energiespar-Ratgeber - PumpenCheck


Kommunaler Heizspiegel

Die Heizkostenabrechnungen für das Jahr 2009 sind den meisten Greifswaldern in den letzten Wochen zugegangen. Zeit zu prüfen und zu vergleichen, wie die Kosten sich entwickelt haben.

Viele fragen sich: Wo stehe ich mit meinem Energieverbrauch?
Verbrauche ich mehr als meine Nachbarn?
Was sind die Gründe dafür - mein Verhalten oder eher der Gebäudezustand?
Und wie kann ich meine Haushaltskasse entlasten?

Die Universitäts- und Hansestadt hat als erste Stadt in Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen der Heizspiegelkampagne des Bundesumweltministeriums einen Heizspiegel erstellen lassen. Sie setzt damit ein Zeichen für mehr Klimaschutz und Bürgernähe. Das Projekt kostete 16.000 Euro und wird zu 90 Prozent durch den Bund unterstützt.
Der Heizpiegel Greifswald 2009 liegt unter anderem im Rathausfoyer, in der Touristeninformation und im Stadtbauamt aus. Träger der "Heizspiegelkampagne" (www.heizspiegel.de), der durch das Bundesumwelt-ministerium im Rahmen der Klimaschutzinitiative gefördert wird, ist die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online mbH.

Der Heizspiegel funktioniert ähnlich wie ein Mietspiegel. Er weist für Wohngebäude, differenziert nach dem jeweiligen Energieträger, die anfallenden Heizkosten, Heizenergieverbräuche und CO2-Emissionen pro Quadratmeter Wohnfläche aus. Der Nutzer der Wohnung kann an Hand von Vergleichswerten beurteilen, ob seine Verbrauchswerte für Greifswalder Verhältnisse typisch sind. Mit den eigenen Verbrauchsdaten der genutzten Wohnung kann man sich von der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online mbH ein kostenloses Heizgutachten erstellen lassen, das Hinweise für die Gründe eventuell zu hoher Kosten enthält.
Der Gutschein ist Bestandteil der Heizspiegelbroschüre, welche Sie als Datei 
hier herunterladen (PDF) können.


Die Energie-Spar-Ratgeber der Universitäts- und Hansestadt Greifswald

Neben den kostenlosen Heizgutachten stellen wir Ihnen unsere Online-Energie-Spar-Ratgeber zur Verfügung. Mit wenigen Klicks erhalten Sie Informationen, ob die Heizkosten zu hoch sind, welche Modernisierungsmöglichkeiten bestehen und ob sich diese finanziell lohnen, welche Fördermöglichkeiten es gibt, welche Haushaltsgeräte die energetisch günstigsten sind und vieles mehr.

Als Hausbesitzer oder wenn Sie planen ein Haus zu bauen sollten Sie sich ein wenig Zeit für das "BestPracticeArchive" nehmen – hier finden Sie sicher gute Anregungen.
Hier finden Sie den passenden Ratgeber.

Energie und Geld sparen durch den PumpenCheck – KfW-Programm bietet Zuschüsse!

In manchen Greifswalder Keller verstecken sich wahre Stromfresser: Alte Heizungspumpen verursachen rund zehn Prozent des jährlichen privaten Stromverbrauchs in deutschen Haushalten. Die Stadt Greifswald hilft ihren Bürgern nun, Energie und damit auch Geld zu sparen: Unter den oben genannten Internetadressen können Hausbesitzer sich über Zuschüsse der KfW Förderbank und die Optimierung des Heizsystems informieren. Mit einem optimierten Heizsystem können Besitzer eines durchschnittlichen Einfamilienhauses Heiz- und Stromkosten von über 200 Euro jährlich sparen. Auf der Internetseite www.sparpumpe.de erhalten sie alle Details und können den interaktiven PumpenCheck nutzen. Dahinter steht die vom Bundesumweltministerium geförderte Pumpenkampagne der gemeinnützigen co2online GmbH, mit der die Stadt Greifswald auch im Rahmen der Heizspiegelkampagne kooperiert.
Sich zu informieren ist nur der erste Schritt, um künftig Geld und Energie zu sparen. Dann wird es Zeit aktiv zu werden: Vor allem bei älteren Anlagen ist der Austausch der Pumpe und ein so genannter hydraulischer Abgleich zur Optimierung des Heizsystems die wirtschaftlich und ökologisch beste Lösung.
Diese sinnvollen Energiesparmaßnahmen werden von der Bundesregierung kräftig gefördert: Im Rahmen des KfW-Programms „Energieeffizient Sanieren“ erhalten Verbraucher einen Zuschuss von 25 Prozent, wenn sie ihre Heizungsanlage optimieren. Mindestens 150 Euro beträgt beispielsweise die staatliche Unterstützung für den Tausch der Heizungspumpe und den hydraulischen Abgleich. Die Investition in das Heizsystem amortisiert sich so bereits nach wenigen Jahren.
Nehmen Sie sich also ein wenig Zeit, es lohnt sich für Sie und unser Klima!



Greifswald ist Fahrradhauptstadt Deutschlands

Greifswald hat bundesweit den höchsten Anteil an Fahrradfahrern. Das geht aus einer repräsentativen Erhebung zur Verkehrsmittelwahl hervor, die das Steinbeis-Transferzentrum am Geografischen Institut der Universität Greifswald im Auftrag der Stadt durchgeführt hat. Demnach nutzen 44 Prozent der Bevölkerung das Fahrrad für ihre Alltagswege. Bislang galt Münster als Fahrradhauptstadt Deutschlands, dort beträgt der Anteil der Radfahrer 38 Prozent. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 10 Prozent.

Eine Ursache für den hohen Radverkehrsanteil liegt sicherlich in der Struktur der Stadt begründet. Die Formulierung „Stadt der kurzen Wege“ stimmt nicht nur im übertragenen Sinne, sondern ist durchaus wörtlich zu nehmen. So hat das Stadtgebiet, in dem 95 Prozent der Bevölkerung leben, nur einen Durchmesser von 6 Kilometern.

Die Befragung hat ergeben, dass Wege, die die Greifswalder innerhalb der Stadt zurücklegen, im Durchschnitt nur zwei Kilometer lang waren. Für mehr als die Hälfte der Wege wurde nicht einmal eine Viertelstunde benötigt. Die Durchschnittsgeschwindigkeit für den Radverkehr lag bei 10 km/h, die des Autoverkehrs bei 17 km/h. Dem Ergebnis zufolge waren in dem untersuchten Zeitraum neben den Radfahrern, 24 Prozent der Befragten mit einem Auto oder Motorrad unterwegs, 9 Prozent waren Mitfahrer in einem Auto, 21 Prozent gingen zu Fuß und nur 2 Prozent nutzten den Öffentlichen Verkehr.

Der hohe Anteil an Radfahrern ist auch dem Umstand zu verdanken, dass Greifswald eine Universitätsstadt mit 12.200 Studenten ist. Nach einer bundesweiten Studierendenbefragung des Centrums für Hochschulentwicklung in Gütersloh (veröffentlicht 2007) ist hier an der Ostsee der Anteil der Studenten, die das Rad nutzen, am größten.

Die Daten werden auch durch eine Radverkehrszählung von 2008 untermauert, wonach an einer Zufahrt zur Innenstadt ein Spitzenwert von täglich 12.600 Radfahrern gezählt wurde.

Der hohe Radverkehrsanteil führt allerdings auch dazu, das Greifswald bundesweit die meisten Radverkehrsunfälle je 1.000 Einwohner hat, gefolgt von Münster. Was allerdings nicht bedeutet, dass auch das Unfallrisiko größer ist als in Städten mit wenig Radverkehr. Zudem ist die Universitäts- und Hansestadt in Mecklenburg-Vorpommern eine Hochburg des Fahrraddiebstahls. Dies ist eine Bürde, die sie sich ebenfalls mit anderen Universitätsstädten teilt.

Für die Erhebung waren insgesamt 2.500 Befragungsbögen an Greifswalder Haushalte verschickt worden, die zuvor beliebig über das Melderegister ausgewählt worden waren. Insgesamt sechs verschiedene Stichtage wurden ausgewählt, der 12. bis 14. Mai sowie der 26. bis 28. Mai. 1036 Personen aus 505 Haushalten schickten die Unterlagen ausgefüllt zurück, das ist eine vergleichsweise gute Rücklaufquote von knapp 22 Prozent. Die Befragung orientierte sich an dem System repräsentativer Verkehrsbefragungen (SrV) der TU Dresden, die inzwischen bundesweit Standard ist.

Die Daten zur Verkehrsmittelwahl fließen in ein vom Bund gefördertes Klimaschutzkonzept für Greifswald ein, das bis Frühjahr kommenden Jahres vorliegen soll. Außerdem sind sie die Basis für den Greifswalder Radverkehrsplan, der demnächst öffentlich vorgestellt wird. Die Ergebnisse bilden nicht nur eine fundierte Datengrundlage, sondern sind auch Handlungsempfehlung für die Stadt, die Infrastruktur für den Radverkehr zu verbessern. Denn Greifswald ist zwar bezüglich der Fahrradnutzung Spitzenreiter, aber (noch) nicht bezüglich seiner Infrastruktur für Radfahrer.